„Vor 30 Jahren wäre diese Fahrt so nicht möglich gewesen…“ – Abschlussfahrt der Klasse 10b

Prag. September 1989. Deutsche Botschaft. Tausende Bürger der DDR verharren depressiv vor und in den Räumen der grenzenlos überfüllten Deutschen Botschaft in der (heute) tschechischen Hauptstadt Prag – dank nationaler und internationaler Bemühungen wird Ihnen die Ausreise in den Westen am späten Abend des 30. September gewährt.

„Wir sind heute zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise …“ – der wohl bekannteste und für unsere jüngere deutsche Geschichte wichtigste Halbsatz des Außenministers Genscher löste Jubelschreie aus, Menschen lagen sich in den Armen und eröffnete wenige Wochen vor dem Fall der Mauer die Türen zur Wiedervereinigung der beiden jahrzehntelang getrennten deutschen Staaten.

Der Zug aus Prag führte damals noch einmal durch die sächsische Landeshauptstadt Dresden, durchfuhr den Bahnhof und entließ die Flüchtlinge der DDR danach in die ersehnte Freiheit in den Westen.

„Das ist ja wirklich noch nicht lange her…“ – 30 Jahre später blicken wir von der Prager Burg auf die Deutsche Botschaft und erinnern uns an eine Zeit, in der das Reisen innerhalb Europas nicht einfach, unmöglich oder gefährlich war.

Angesichts aktueller, politischer und internationaler Provokationen um Macht und Einfluss, Flucht und Vertreibung in Europa und einem diffusen Sicherheitsgefühl müssen wir uns bewusst sein, dass „Selbstverständlich“ nicht selbstverständlich ist, war und sein wird – im Rahmen der Abschlussfahrt der Klasse 10b und anlässlich des 30. Jahrestages des Mauerfalls an der innerdeutschen Grenze, besuchten in der letzten Woche unsere Schüler Dresden, Prag und zuletzt auch noch die Wartburg/Eisenach.

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