Theater-AG der Löns-Realschule Einbeck

 „Außenansichten“ – ein Schau-Spiel zum Grinsen von Rolf-D. Bartels

Donnerstag/Freitag, 12./13. April 2018, 19 Uhr, Kellerfoyer der Lönsschule

 Die Welt ist in Ordnung. Alles normal. Alles okay.

Na gut, da gibt es Leute, die unvorstellbar reich werden und gleichzeitig andere immer ärmer. Normal. Da gibt es Leute, die sprengen sich in die Luft und andere gleich mit. Normal. Da wird Donald Trump Präsident der USA. Normal. Da schwimmt im Meer mehr Plastik als Fisch. Und so weiter. Normal. Oder?

Das ist doch alles weit weg. Aber hier bei uns ist doch alles okay. Oder?

Eltern zum Beispiel sind okay. Herr Wegener möchte alles für seine Kinder ordnen und sortieren und findet geordnete und sortierte Kinder gut. Frau Hummel kümmert sich hingebungsvoll um ihre Tochter und fährt sie den ganzen Tag in ihrem SUV von einem Termin zum anderen. Frau Morgenthau, na ja, die hat da möglicherweise so ein kleines Problem, aber das haben viele andere auch. Einige Millionen. Aber sie ist nett zu ihrer Tochter, das heißt, sie lässt sie tun, was sie will. Normal, oder?

Lehrkräfte zum Beispiel sind okay. Herr Steinberg ist Direktor des örtlichen Gymnasiums und sagt, wo es lang geht. Seine Meinung zählt, und nur die. Vorurteile hat er keine. So glaubt er. Frau Hövelmann, Geschichtslehrerin, möchte wirklich allen wirklich alles recht machen und gibt sich dabei viel Mühe. Der Erfolg stellt sich nicht immer ein. Trotzdem macht sie das schon lange und hält es immer noch aus. Normal, oder?

Jugendliche zum Beispiel sind okay. Max kifft nicht mehr. Er ist stolz darauf, dass er es aufgegeben hat. Er ist auf Alkohol umgestiegen. Seine Schwester Lena hält das Leben kaum aus, weil sie doch verliebt ist. Vergesslich ist sie auch. Clara, von ihrer Mutter als hochbegabt bezeichnet, hat immer weniger Lust auf alles, weil alles einfach zu viel ist. Emma kann sich nicht vom Display oder vom Bildschirm lösen und verbringt ganze Nächte im Netz. Carli ist gut im Verkaufen. Allerdings ist das, was sie verkauft, nicht so gut. Jedenfalls nicht für die Gesundheit. Ronja versucht selbständig zu sein. Es bleibt ihr auch nichts Anderes übrig, ob sie will oder nicht. Das ist eine echte Herausforderung für sie. Auch Lilli hat eigene Meinungen. Aber was hat sie davon, dass sie stabil wirkt? Wen interessiert das schon. Alles normal, oder?

Stellt Euch vor, nicht wir würden all diese Menschen beobachten, sondern andere. Lebewesen, die uns nicht kennen. Lebewesen, die von weit her kommen, von einem anderen Planeten. Dass es sie gibt, ist nicht unwahrscheinlich. Und wenn sie kommen, dann wollen sie uns vielleicht nicht gleich vernichten (Warum auch? Wir sind doch sooo cool.), sondern erst einmal ansehen, von außen, sozusagen. Wie wirken wir auf die? Was halten die von uns, wenn sie uns kennen lernen?

Unser Theaterstück zeigt es. Die Aliens begreifen langsam, wie die Menschheit tickt, und finden vieles dabei überraschend und zum Staunen. Schließlich greifen sie ein und bringen ein paar Veränderungen zustande. Ob sie damit zufrieden sind? Ob sie vielleicht sogar bleiben wollen?

Rolf-D. Bartels

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